Wundmanagement in der Pflege: Warum kontinuierliche Fortbildung entscheidend ist

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Lesedauer: 4 Minuten

Chronische Wunden als wachsende Herausforderung

Chronische und schwer heilende Wunden gehören zu den komplexesten Aufgaben im Pflegealltag. Ob Dekubitus, Ulcus cruris oder diabetisches Fußsyndrom – die Versorgung dieser Wunden erfordert nicht nur Zeit und Sorgfalt, sondern vor allem auch fundiertes Fachwissen.

Chronische Wunden sind ein verbreitetes und aufgrund der massiven Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen sehr gravierendes Gesundheitsproblem (DAK-Versorgungsreport 2024). Eine alternde Bevölkerung, zunehmende Multimorbidität und chronische Erkrankungen wie Diabetes führen dazu, dass Pflegefachpersonen immer häufiger mit anspruchsvollen Wundsituationen konfrontiert sind.

Die Anforderungen sind dabei klar geregelt: Laut den Rahmenempfehlungen nach § 132a Abs. 1 SGB V zur Versorgung mit häuslicher Krankenpflege soll die Versorgung chronischer und schwer heilender Wunden durch entsprechend qualifizierte Leistungserbringer erfolgen. Für Pflegefachpersonen bedeutet das konkret: regelmäßige Fortbildung ist verpflichtend und entscheidend für die Qualität der Versorgung.

Hände einer Pflegeperson beim Anlegen von Handschuhen vor Wundbehandlung.

Wundmanagement heute

Wundmanagement umfasst einen ganzheitlichen Prozess, der von der Ursachenanalyse über die Therapieplanung bis hin zur Evaluation reicht. Pflegefachpersonen übernehmen dabei eine zentrale Rolle. Sie beobachten den Wundverlauf, erkennen Veränderungen frühzeitig und leiten entsprechende Maßnahmen ein. Gleichzeitig stehen sie im engen

Moderne Wundversorgung basiert auf evidenzbasierten Standards. Dazu zählen auch die Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP), etwa zur „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ oder zur „Dekubitusprophylaxe“. Diese Standards definieren klare Anforderungen an die Pflegepraxis und helfen dabei, Versorgungsqualität zu verbessern und messbar zu machen.

Die häufigsten chronischen Wunden im Pflegealltag

Chronische Wunden entstehen meist als Folge anderer Erkrankungen oder durch anhaltende Belastungen. Besonders häufig treten drei Formen auf:

  • Ein Dekubitus entsteht durch anhaltenden Druck auf das Hautgewebe. Besonders anfällig sind Körperstellen, an denen Knochenvorsprünge dicht unter der Haut liegen und wenig Schutz durch Fett oder Muskeln gegeben ist. Ohne konsequente Prävention und fachgerechte Versorgung kann sich ein Dekubitus schnell verschlimmern und zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
  • Das Ulcus cruris, ein Geschwür am Unterschenkel, oft auch als „offenes Bein“ bezeichnet, ist meist die Folge venöser oder arterieller Durchblutungsstörungen. Die Behandlung ist komplex und erfordert neben der lokalen Wundversorgung auch eine ursächliche Therapie.
  • Das diabetische Fußsyndrom stellt eine besondere Herausforderung dar, da hier mehrere Faktoren wie Durchblutungsstörungen und Nervenschäden zusammenwirken. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend, auch um z. B. Komplikationen bis hin zu Amputationen zu vermeiden.

(DNQP 2025; Dissemond 2023)

Spezialisierung im Wundmanagement

Die Versorgung chronischer Wunden erfordert spezialisiertes Wissen. Pflegefachpersonen müssen in der Lage sein, komplexe Zusammenhänge zu erkennen und evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen.

Aus diesem Grund fordern die Rahmenempfehlungen nach § 132a SGB V, dass entsprechende Leistungen nur von qualifizierten Fachpersonen erbracht werden. Das notwendige Wissen dieser Mitarbeitenden muss regelmäßig aktualisiert werden, um den aktuellen Stand der Wissenschaft abzubilden. Neue Therapieansätze, innovative Materialien und veränderte Leitlinien machen es notwendig, sich fortlaufend weiterzubilden.

Aber auch ein Fokus auf konkret durchzuführende Tätigkeiten unterstützt dabei, das vorhandene Wissen ins Gedächtnis zu rufen. So spielen unter anderem auch Maßnahmen, wie die Durchführung von Wundabstrichen, aber auch die Dokumentation eine wichtige Rolle. Eine korrekte und gut strukturierte Dokumentation ermöglicht erst eine kontinuierliche Bewertung des Heilungsverlaufs, dient als Grundlage für therapeutische Entscheidungen und trägt interprofessionellen Kommunikation bei.

Fortbildungspflicht im Wundmanagement im Spannungsfeld knapper Ressourcen

Für spezialisierte Pflegefachpersonen in der ambulanten Pflege ist die regelmäßige Fortbildung zum Thema Wundmanagement verpflichtend.

Die Rahmenempfehlungen sehen vor, dass jährlich mindestens 10 Stunden fachspezifische Fortbildung im Bereich Wundmanagement nachgewiesen werden müssen. Diese Regelung stellt sicher, dass Fachpersonen ihre Kompetenzen kontinuierlich weiterentwickeln und auf dem aktuellen Stand bleiben. Für Einrichtungen bedeutet das gleichzeitig: Sie müssen geeignete Fortbildungsangebote bereitstellen und die Teilnahme ihrer Mitarbeitenden ermöglichen.

Dabei stellt sich in der Praxis oft die Frage, wie sich diese Anforderungen effizient und alltagstauglich umsetzen lassen, insbesondere angesichts von Personalmangel und Zeitdruck. Der Pflegealltag ist geprägt von hoher Arbeitsbelastung und knappen Ressourcen. Zeit für Fortbildung ist oft schwer zu finden. Hier sind flexible Lösungen gefragt, die sich in den Arbeitsalltag integrieren lassen und gleichzeitig den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Digitale Fortbildung als Lösung für die Praxis

E-Learning-Angebote gewinnen im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen es Pflegefachpersonen, sich zeit- und ortsunabhängig fortzubilden und ihr Wissen flexibel zu aktualisieren.
Digitale Lernformate bieten dabei mehrere Vorteile. Sie lassen sich individuell in den Arbeitsalltag integrieren, ermöglichen ein selbstbestimmtes Lernen und bieten oft interaktive Elemente, die den Wissenstransfer unterstützen.
Einrichtungen können Fortbildungsangebote so skalierbar bereitstellen und gleichzeitig den Nachweis über absolvierte Lernzeiten sicherstellen.

Refresher Wundmanagement: Wissen gezielt auffrischen und Pflicht erfüllen

Genau hier setzt der „Refresher Wundmanagement – Curriculum 1“ von Relias an.

Das E-Learning-Angebot richtet sich gezielt an Pflegefachpersonen, die in der ambulanten Versorgung chronischer und schwer heilender Wunden tätig sind und ihre Kenntnisse auffrischen möchten.

Das Curriculum ist so aufgebaut, dass es die geforderten 10 Stunden fachspezifischer Fortbildung vollständig abdeckt. Damit unterstützt das Relias-Kursangebot Einrichtungen und Fachpersonen dabei, die gesetzlichen Anforderungen effizient zu erfüllen.

Der Refresher umfasst insgesamt 17 Teilmodule, die verschiedene Aspekte des Wundmanagements abdecken. Dazu gehören unter anderem die Versorgung von Dekubitus und Ulcera cruris, Grundlagen der Wundheilung sowie Themen wie Wundreinigung, Wundabstriche und relevante Expertenstandards.

Praxisnah und flexibel: Lernen im eigenen Tempo

Ein besonderer Vorteil des Refresher-Kurses liegt in seiner Flexibilität. Die Inhalte können individuell bearbeitet werden – unabhängig von Ort und Zeit. Gleichzeitig profitieren Einrichtungen von einer strukturierten und nachvollziehbaren Dokumentation der Lernzeiten.

Bitte beachten Sie: Klären Sie bei Bedarf mit Ihrer Zertifizierungsstelle (z. B. DEKRA oder ICW), ob die Teilnahme an unserem Refresher-Angebot zur Aufrechterhaltung einer bestehenden akkreditierten Zusatzqualifikation anerkannt wird.

Zusätzlich gelten die jeweiligen Regelungen Ihrer Einrichtung.

Qualität im Wundmanagement beginnt mit aktuellem Wissen

Die Versorgung chronischer Wunden stellt hohe Anforderungen an Pflegefachpersonen. Fachwissen, Erfahrung und kontinuierliche Weiterbildung sind entscheidend, um Menschen mit Pflegebedarf optimal zu versorgen und Komplikationen zu vermeiden.

Mit dem Refresher Wundmanagement – Curriculum 1 bietet Relias eine praxisnahe Lösung, um Wissen aufzufrischen und die geforderte Fortbildungszeit effizient zu erfüllen.

Sie möchten mehr zu unserem Kurs-Angebot erfahren? Eine Übersicht unserer zahlreichen E-Learning-Kurse finden Sie hier.

Quellenverzeichnis 

  • DAK (2024): DAK Versorgungsreport. Chronische Wunden – Versorgungssituation und Optimierungspotenziale.
  • Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (2025): Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, 2. Aktualisierung.
  • Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (2017): Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege, 2. Aktualisierung.
  • Dissemond, J. (2023): Die ICW empfiehlt den Begriff Ulcus cruris mixtum zukünftig nicht mehr zu verwenden, in: medical special 2/2023 [online, zuletzt abgerufen am 21.04.2026]. 
  • Rahmenempfehlungen nach § 132a Abs. 1 SGB V zur Versorgung mit Häuslicher Krankenpflege vom 10.12.2013 i. d. F. vom 18.12.2023.
hatte ursprünglich einen Hintergrund in der Berliner Justiz, bevor sie sich ihrer Leidenschaft für Sprachen, Texte und Medien folgend für ein Studium der Anglistik und Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin entschied. Die im Studium – insbesondere unter den pandemiebedingten Bedingungen – gewonnenen Einblicke weckten ihr nachhaltiges Interesse an E-Learning und digitalen Lernformaten. Anfang 2022 wurde sie Teil des Relias-Teams und ist heute mittlerweile als QA & Communications Manager tätig. In dieser Rolle verbindet sie Qualitätssicherung mit redaktioneller, kommunikativer und koordinierender Arbeit an Inhalten und Prozessen.
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