Kursdetails
- Kursdauer: 95 Minuten
- RbP-Punkte: 1
- Fortbildungstyp: Fachfortbildung
- Geeignet für: Einrichtungen der Erstversorgung, insbesondere Notaufnahmen; medizinisches Personal, Pflegefachpersonen und Mitarbeitende im Rettungsdienst
Im E-Learning-Kurs „ManchesterTriageSystem“ erwerben medizinische Fachkräfte, andere beruflich Pflegende sowie Mitarbeitende im Rettungsdienst fundierte Kenntnisse zur sicheren Ersteinschätzung von Patient*innen in Notaufnahmen. In Situationen mit hohem Patientenaufkommen, begrenzten Ressourcen und akuten Beschwerden ist die strukturierte Ersteinschätzung essenziell für die Patientensicherheit. Der Kurs vermittelt praxisorientiert, wie das Manchester-Triage-System (MTS) in der klinischen Routine eingesetzt werden kann, um akute Behandlungsnotwendigkeit zu identifizieren und die bestmögliche Versorgungsreihenfolge festzulegen.
Das Manchester-Triage-System stellt dabei ein international etabliertes Instrument zur Ersteinschätzung dar. Es basiert auf Leitsymptomen, standardisierten Fragen (Indikatoren) und festen Zeitfenstern für den ärztlichen Erstkontakt. Der Kurs sensibilisiert für Besonderheiten wie den subjektiven Charakter von Schmerz, rechtliche Rahmenbedingungen und interdisziplinäre Zusammenarbeit im klinischen Alltag.
Lernziele des Kurses
- Ersteinschätzung und Triage voneinander abgrenzen
- Ablauf und Struktur des MTS verstehen und anwenden
- Schmerzeinschätzung fachgerecht durchführen
- rechtliche und organisatorische Grundlagen kennen
Die Teilnehmenden lernen, zwischen der Triage im Katastrophenfall und der Ersteinschätzung im Regelbetrieb einer Notaufnahme zu unterscheiden. Sie erfahren, welche Voraussetzungen für eine regelhafte Umsetzung des MTS in der Notaufnahme erfüllt sein müssen, wie das System anhand von Leitsymptomen und Indikatoren funktioniert und welche Rolle das eigene Bauchgefühl in der Ersteinschätzung spielt. Auch Grenzsituationen bei Zeitmangel oder unspezifischer Symptomatik werden thematisiert.
Ziel ist es, medizinische Fachpersonen in die Lage zu versetzen, ErstEinschätzung und Triage in ihren Grundsätzen zu unterscheiden, den Ablauf der ErstEinschätzung nach dem Manchester-Triage-System zu beschreiben, Instrumente zur objektiven Schmerzerfassung differenziert einzusetzen sowie die rechtlichen Grundlagen und Zuständigkeiten sicher zu benennen.
Schmerzmanagement als zentrales Element
Ein besonderer Fokus liegt auf der Herausforderung, Schmerzen korrekt einzuordnen. Schmerz ist subjektiv, beeinflusst durch biologische, psychische und soziale Faktoren. Die Teilnehmenden lernen verschiedene Instrumente zur Schmerzeinschätzung kennen, darunter verbale Skalen, visuelle Analogskalen und Skalen zur Verhaltensbeobachtung, sowie das im MTS verankerte „Schmerz-Meter“.
Interdisziplinarität und rechtlicher Rahmen des MTS
Notfallmedizin ist Teamarbeit. Der Kurs verdeutlicht, wie ärztliches und pflegerisches Personal im MTS abgestimmt zusammenarbeiten, um Prioritäten dynamisch zu setzen. Auch die Aufgaben von Pflegefachpersonen in der Ersteinschätzung und ihre rechtliche Verantwortlichkeit werden behandelt. Dazu gehört die Delegation der Ersteinschätzung durch ärztliches Personal, Qualifikationsanforderungen sowie gesetzliche Vorgaben, etwa aus dem SGB V und dem Patientenrechtegesetz.
Das erwartet Sie in dem Kurs
- Strukturierte Ersteinschätzung nach MTS mit festen Behandlungsprioritäten
- Schmerzmanagement mit validierten Instrumenten
- Rechtliche Sicherheit für Pflegefachpersonen bei der Ersteinschätzung
- Praxisbeispiele für Akutsituationen in der Notaufnahme
- Differenzierung zwischen Triage und regulärer Ersteinschätzung
Stärken Sie Ihre Fachkompetenz in der Notaufnahme: Lernen Sie, wie Sie mithilfe des Manchester-Triage-Systems sicher, strukturiert und gesetzeskonform eine Ersteinschätzung durchführen – für mehr Patient*innensicherheit und effizientere Abläufe in Ihrem Krankenhaus
Verantwortliche Personen für den Kursinhalt
hat seine Leidenschaft – Notfallmedizin in allen Aspekten – mit seinem wissenschaftlichen Interesse verbunden und neben seiner Tätigkeit als Notfallsanitäter und Praxisanleiter ein Studium der Pflege- und Gesundheitswissenschaften mit dem M. A. abgeschlossen. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf Schnittstellenprozessen und Fragen der interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Daneben ist er in Führungspositionen an Berufsfachschulen für den Rettungsdienst und als Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen tätig. Aktuell arbeitet er als wissenschaftlicher Koordinator für ein großes epidemiologisches Register an der Schnittstelle von Qualitätsmanagement und Versorgungsforschung.
arbeitete nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester über 15 Jahre in der Neurologie, der Psychosomatik sowie als Stationsleitung in der Pflege von Kindern mit körperlichen und kognitiven Beeinträchtigungen. Sie bildete sich in der anthroposophisch orientierten Krankenpflege weiter, die einen Schwerpunkt ihrer pflegerischen Tätigkeit ausmacht. Als Advocacy Manager und Family Coordinator in Großbritannien betreute Frau Worm von einer Behinderung betroffene Kinder und Erwachsene. Zusätzlich engagierte sie sich in der Jugendarbeit und als College Counsellor. Im Rahmen ihres BA-Studiums in Integrative Counselling an der University of Greenwich in London begleitete Frau Worm Menschen, die ihr Zuhause verloren hatten. Frau Worm war 6 Jahre am Aufbau und im Team einer psychosomatischen Tagesklinik beteiligt, bevor sie zum Relias-Team kam.
FAQ
Häufige Fragen zu unserem Kurs
Hier beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zu unserem Kurs. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie eine persönliche Beratung wünschen. Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen!
Vermittelt der Kurs den Ablauf des Manchester-Triage-Systems Schritt für Schritt?
Ja. Der Kurs zeigt anhand konkreter Fallbeispiele und präsentationsspezifischer Diagramme, wie eine Ersteinschätzung durchgeführt wird.
Behandelt der Kurs auch juristische Aspekte der Ersteinschätzung?
Ja. Es werden alle relevanten rechtlichen Grundlagen aus dem SGB V und dem BGB sowie Delegationsfragen umfassend dargestellt.
Wird auch auf den Unterschied zwischen Triage und Ersteinschätzung eingegangen?
Wird auch auf den Unterschied zwischen Triage und Ersteinschätzung eingegangen?
Geht der Kurs auf invasive Diagnostik oder Therapie ein?
Nein. Der Fokus liegt auf der Ersteinschätzung im Rahmen der Pflege und nicht auf ärztlicher Diagnostik oder invasiven Maßnahmen.