



Kursdetails
- Kursdauer: 30 Minuten
- Fortbildungstyp: Fachfortbildung
- Geeignet für: Mitarbeitende ohne vertiefte psychiatrische Fachausbildung in Pflege, Eingliederungshilfe und Kinder- und Jugendhilfe
Schizophrenie verstehen: Sicher begleiten, besser reagieren
Menschen mit Schizophrenie erleben ihre Umwelt mitunter anders als ihr Umfeld. Veränderungen im Denken, Fühlen, Verhalten oder in der Wahrnehmung können irritieren, verunsichern oder in akuten Situationen sogar herausfordernd wirken. Genau hier setzt der Kurs „Schizophrenie verstehen“ an: Er vermittelt Ihnen das Wissen, das Sie brauchen, um Situationen besser einzuordnen und betroffenen Menschen ruhig, respektvoll und sicher zu begegnen.
Anhand der fiktiven Krankheitsgeschichte des Jugendlichen Tino erfahren Sie, wie sich eine Schizophrenie entwickeln und im Alltag bemerkbar machen kann. Sie erfahren, welche Frühwarnzeichen auf eine mögliche Verschlechterung hinweisen können und warum Rückzug, oder nachlassende Leistungsfähigkeit nicht vorschnell als fehlende Motivation bewertet werden sollten.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Akutsituationen. Was tun, wenn ein Mensch sich verfolgt fühlt oder stark angespannt reagiert? Der Kurs zeigt Ihnen, wie Sie durch ruhige Kommunikation, ausreichend Abstand und eine klare, wertschätzende Haltung Sicherheit vermitteln können. Dabei lernen Sie auch, psychotisches Erleben ernst zu nehmen, ohne es zu bestätigen oder abzuwerten.
Darüber hinaus erhalten Sie einen verständlichen Überblick über die wichtigsten Behandlungsansätze bei Schizophrenie. Dazu gehören Antipsychotika sowie psychotherapeutische und psychosoziale Verfahren. Sie erfahren, welche Rolle Mitarbeitende im Alltag übernehmen können, worauf bei möglichen Nebenwirkungen zu achten ist und warum eine kontinuierliche Begleitung für Stabilität und Rückfallprophylaxe wichtig ist.
Der Kurs richtet den Blick aber nicht nur auf Krisen und Symptome. Ebenso wichtig sind Selbstbestimmung, Teilhabe und Beziehungsgestaltung. Menschen mit Schizophrenie sollen nicht auf ihre Erkrankung reduziert werden. Eine verlässliche Begleitung, realistische Ziele, passende Strukturen und Zutrauen können dazu beitragen, dass Betroffene ihren Alltag wieder selbstständiger gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Lernziele im Überblick
Nach Abschluss des Kurses können Sie:
- typische Symptome und Verlaufsformen der Schizophrenie erkennen und fachlich einordnen.
- mögliche Veränderungen und Frühwarnzeichen im Alltag aufmerksam wahrnehmen und angemessen darauf reagieren.
- Menschen mit Schizophrenie respektvoll, vorurteilsfrei und unterstützend begegnen sowie in angespannten Situationen deeskalierend kommunizieren.
- wichtige Bausteine der medikamentösen, psychotherapeutischen und psychosozialen Behandlung beschreiben.
Ihr Nutzen aus dem Kurs
Der Kurs unterstützt Sie dabei, Schizophrenie besser zu verstehen und Verhaltensänderungen nicht vorschnell als mangelnde Motivation, schwieriges Verhalten oder grundsätzliche Gefährlichkeit zu bewerten. Sie gewinnen Orientierung dafür, welche Beobachtungen relevant sein können, wann fachliche Unterstützung erforderlich ist und wie Sie in herausfordernden Situationen ruhig und sicher handeln.
Gleichzeitig stärken Sie Ihre Kompetenz für eine wertschätzende Beziehungsgestaltung. Sie lernen, betroffene Menschen weder auf ihre Erkrankung zu reduzieren noch ihre Wahrnehmungen abzuwerten. Das Wissen über Behandlungsmöglichkeiten, Frühwarnzeichen und Rückfallprophylaxe hilft Ihnen zudem, Stabilisierung und Selbstständigkeit im Alltag gezielt zu unterstützen. So können Sie dazu beitragen, dass Menschen mit Schizophrenie verlässlich begleitet werden und möglichst selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Ihre Vorteile im Überblick
- Praxisnahes Lernen anhand einer durchgängigen Fallgeschichte
- Konkrete Handlungsempfehlungen für akute Situationen
- Besseres Verständnis unterschiedlicher Erkrankungsphasen und Unterstützungsbedarfe
- Orientierung im Umgang mit Frühwarnzeichen und möglichen Rückfällen
- Sensibilisierung für eine respektvolle und vorurteilsfreie Begleitung
Sie möchten mehr zu unserem Kurs-Angebot erfahren? Eine Übersicht unserer zahlreichen E-Learning-Kurse finden Sie hier.
FAQ
Häufige Fragen zu unserem Kurs
Hier beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zu unserem Kurs. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie eine persönliche Beratung wünschen. Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen!
Vermittelt der Kurs, wie Mitarbeitende auf Wahnvorstellungen oder Stimmenhören reagieren können?
Ja. Der Kurs zeigt, wie Sie das Erleben einer betroffenen Person ernst nehmen können, ohne psychotische Wahrnehmungen zu bestätigen oder abzuwerten. Dabei stehen ruhige Kommunikation, Sicherheit und Deeskalation im Mittelpunkt.
Behandelt der Kurs auch Möglichkeiten zur Vorbeugung von Rückfällen?
Ja. Sie erfahren, welche persönlichen Frühwarnzeichen auf eine Verschlechterung hinweisen können und wie ein Krisenplan die Rückfallprophylaxe unterstützen kann.
Wird die medikamentöse und psychosoziale Behandlung von Schizophrenie thematisiert?
Ja. Der Kurs gibt einen Überblick über Antipsychotika sowie zentrale psychotherapeutische und psychosoziale Behandlungsansätze und ordnet die Rolle von Mitarbeitenden im Alltag ein.
Lerne ich in diesem Kurs, Schizophrenie zu diagnostizieren oder zu behandeln?
Nein. Der Kurs ersetzt keine psychiatrische oder psychotherapeutische Fachqualifikation. Er vermittelt Mitarbeitenden im Gesundheits- und Sozialwesen grundlegendes Wissen, um Menschen mit Schizophrenie im Alltag sicherer und verständnisvoller zu begleiten und die eigene professionelle Rolle besser einordnen zu können.
Mitwirkende
Joanna Moussiopoulou
ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Oberärztin der Station B2 für Schizophrenie-Spektrum-Erkrankungen an der psychiatrischen Universitätsklinik des LMU Klinikums in München. Ihr klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt in der Diagnostik und Behandlung von Schizophrenie-Spektrum-Erkrankungen. Neben ihrer klinischen Tätigkeit forscht sie auf diesem Gebiet und leitet zahlreiche wissenschaftliche Projekte mit dem Ziel, das Verständnis und die Versorgung dieser Erkrankungen weiter zu verbessern.
Rebecca Römer
absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Im Anschluss war sie in verschiedenen Positionen an Kliniken der Maximalversorgung tätig, insbesondere in den Bereichen Innere Medizin sowie Hämatologie und Onkologie. Parallel zu ihrer beruflichen Tätigkeit schloss sie Masterstudiengänge in Gesundheitsökonomie und Health Professions Education ab. Zu ihren fachlichen Interessen zählen die Professionalisierung der Pflege, die Umsetzung des Pflegeprozesses sowie die Anwendung von Expertenstandards in der pflegerischen Praxis. Nach ihrer Tätigkeit als Pflegepädagogin ist sie seit Juni 2026 als Fachautorin bei Relias tätig.
